Inkompetenz-kompensations-kompetenz.

Zumindest will ich hoffen, dass ich eine Inkompetenzkompensationskompetenz besitze, denn die letzten Tage waren doch sehr impulsiv emotional und ich fühle mich, als habe ich Inkompetenz im Paket an den Tag gelegt, dabei war ich vielleicht auch einfach nur ein bisschen mutig!?!

Das, dann wohl nicht in meinem Handeln am Tag,  wohl aber in meinen Mails an meine Lieblingsbetreuerin, die 10 Tage nicht da war und erst morgen wieder kommt.

Ich habe gejammert und geklagt, habe in Frage gestellt und mein Innerstes nach Außen gedreht und einfach authentisch berichtet, wie es mir in jedem dieser einzelnen Moment ging, als ich ihr schrieb. Muss mir das peinlich sein? Oder war ich einfach nur echt, ehrlich und aufrichtig?

Ich bereue keine dieser Mails, weil ich in genau diesem Moment, genau so und genau das gefühlt habe, was ich ihr aufgeschrieben habe. Oder bereue ich doch? Ich hoffe, dass ich jetzt die Kompetenz besitze, die Inkompetenz zu kompensieren. Denn sobald ich mich traue, meine eigene Meinung offenzulegen, fühle ich mich leider noch immer inkompetent. Als wäre es ein eisernes Gesetzt, dass ich falsch bin, wenn ich mich ausdrücke.

Ein bisschen in diese Richtung des Klagens, komme ich seit meiner letzten Therapiesitzung, in der mir meine Therapeutin sehr geholfen hat, indem sie meiner Lieblingsbetreuerin etwas aus dem WG-Alltag berichtete, das ich so noch nie angesprochen hatte bei meinen Betreuern. Das hat mich gestärkt! Und ich werde mutiger, seit der letzten Therapiesitzung. Und heimlich macht mich das auch ein kleines bisschen stolz! Aber so ganz im Griff habe ich das noch nicht.

Ich mag das Wort: Inkompetenzkompensationskompetenz. Jetzt stellt sich aber noch die Frage, ob ich diese Kompetenz überhaupt brauche: war ich überhaupt inkompetent meiner Lieblingsbetreuerin gegenüber? Oder habe ich einfach auf Balance in unserer WG geachtet? Und wie schafft es meine Lieblingsbetreuerin bei all den schwierigen Situationen hier, noch neutral zu bleiben. Eines aber ist, bei all den offenen Fragen, sicher: ich rechne, meiner Lieblingsbetreuerin, ihre Kompetenz hoch an.

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Heiraten – nur so ’ne Idee

Im Fernseher läuft VOX.  Stumm.

Als ich das letzte Mal auf das, auf Stumm geschaltete, Bild sah, lief „ShoppingQueen“. Irgendwie noch lebensnah für mich, weil ich ja auch ab und an Kleidung kaufe, auch wenn ich ein so immens hohes Budget sicherlich noch nie in meinem Leben hatte und es wahrscheinlich auch nie haben werde.

Dann aber läuft jetzt „4 Hochzeiten und eine Traumreise“, was mich nicht interessiert, weil ich wahrscheinlich nie heiraten werde. Und so bleibt es dabei, dass alles im Stummen, an mir vorbeizieht. Aber just in diesem Moment kam mir eine, ja sogar fast sensationelle Idee:

Ich könnte mich doch mit meinen Erkrankungen verheiraten lassen.

… vielleicht werden wir (meine psychischen Erkrankungen und ich) uns dann nicht mehr ewig bekriegen. Nein. Vielleicht wird sogar eines Tages dann Liebe daraus?

Als Hochzeits- und Traumreise, würde ich dann „das Leben“, wählen.

danke für nichts! Aber die Sonne scheint!

Ich sitze in meinem Zimmer am Schreibtisch. Die Sonne scheint auf meine Hände und den Laptop. Es ist schön hier zu sitzen und die Sonne zu spüren.  In solchen Momenten werde ich an das Leben erinnert und daran, dass dieses auch Schönes für mich bereithält. Aber erst einmal war ich nur gefrustet.

Ich schrieb:

„Raus bekommt mich heute, glaube ich, nichts mehr. Ich habe genug. Mir reicht es. Mir stiegt schon wieder die Galle hoch, als ich hier ankam und immer noch alles nach Chinazeug roch.

Der Mann meiner Mitbewohnerin, im ambulant betreuten Wohnen, ist Chinese und die beiden kochen mit Leidenschaft chinesisch. Na gut, er kocht und sie isst, was offensichtlich ist. Aber das tut nichts zur Sache: es ist nur so, dass ich jegliche asiatische, chinesische, thailändische, indische Kost einfach überhaupt nicht mag. Das hängt mit einer traumatischen Erfahrung zusammen und es ist nicht nur so, dass ich es „nicht mag“, mir wird regelrecht wirklich schlecht davon. Auch von Fenchel, aber den kocht hier keiner.

Natürlich kann ich nicht sagen „ihr dürft nicht mehr kochen“, das versteht sich von selbst. Aber ich wünsche mir, dass sie die Türe beim Kochen schließen und nach dem Essen die Küche lüften und nicht alles ins Haus ziehen lassen. Wahrscheinlich würden sie das sogar machen, aber ich bekomme meinen Mund nicht auf.

So habe ich heute Morgen alles aufgerissen, was ich an Fenstern gefunden habe und habe ein Handtuch von Innen an meinen Türschlitz gelegt und mein Zimmer gelüftet. Wach war ich um 03:30 Uhr eh schon, nachdem mit lautem Klirren unten in der Küche Geschirr in die Spülmaschine geräumt wurde, eine Tür knallte und Stühle quietschend gerückt wurden.

Danke, für nichts! Heute hätte ich echt noch Schlaf gebraucht, aber danach fragte, nachts um halb 4, leider keiner.

Nachdem ich heute Morgen mit meinem Opa den Stall gemacht habe, mit meiner Mutter gefrühstückt habe und dann mit ihr, mit drei Pferden, spazieren war, bin ich wieder nach Hause gefahren, wo mich der China-Duft erwartet hat, als habe er sich nach mir gesehnt.

Ich habe mir dann schnell meinen Gemüsesalat geschnappt und bin in mein Zimmer geflüchtet. Habe das Handtuch wieder vor den unteren Türschlitz gelegt und mein Zimmer erneut gelüftet. Im Flur habe ich wieder alle Fenster aufgemacht. Ich ekle mich.

Den Gemüsesalat habe ich runter gefressen und dann den Kuchen von meiner Mum. Ich war „zur Abwechslung mal wieder“, vollgefressen bis oben hin.

Erst kurz zuvor hatte ich zu mir gesagt „scheiß drauf, dann bleibe ich eben so“ (und meinte damit mein Gewicht, den BMI etc.). Wir alle wissen, dass ich das sehr schnell wieder vergessen hatte.

Ich war dann kotzen. Jetzt geht es wieder.“

Nun hatte ich mich aber auch mental ausgekotzt und dann wieder zu etwas Ruhe gefunden. Ich habe mich wieder auf meine Hände, den Laptop und die Sonne konzentriert. Habe auf 1-2-3-4 eingeatmet, 1-2-3-4 die Luft angehalten und auf 1-2-3-4 wieder ausgeatmet. Was nutz es mir, wenn ich mich aufrege, mich aber nicht artikulieren kann?!

Meine Therapeutin hat dieses Thema mit den Männer-Besuchen in unserer ambulant betreuten WG, in der letzten Therapie-Sitzung bei meiner Betreuerin angesprochen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar, weil ich mich, von mir aus, nicht einmal bei meiner Lieblingsbetreuerin dazu geäußert habe, weil ich mich einfach nicht getraut habe und nicht meckern wollte.

Nun ist es aber raus… und das ist sehr gut so.
Die Frage ist jetzt „wie gehe ich damit um?“.

einfach weil’s so schön war

Heute morgen bin ich aufgewacht und ich wusste, dass alles okay ist. Ich habe mich in meinem Bett geräkelt, bin dann aufgestanden und habe morgens um 7 Uhr mein Zimmer abgestaubt und es zwei Mal gewischt. Dann habe ich mein Bett bezogen und nochmal abgestaubt, na ja, von Intelligenz zeugt das nicht gerade, ich weiß: hätte mir vorher einfallen können, dass das Aufschütteln der Bettwäsche Staub aufwirbelt, aber es war okay. Schließlich ging es mir gut.

Der Tensolvet-Verband (Tensolvet ist ein für Pferde zugelassenes Arzneimittel/ Gel) hatte scheinbar doch bewirkt, dass mein Fuß in Ruhe nicht mehr weh tat, was rückblickend bewertet aber am Schlaf und der damit verbundenen Ruhe lag. (Der zu operierende Fuß ist aber ein ganz anderes Thema).

Ich bin dann zu meinen Eltern gefahren, habe Brötchen geholt, wir haben gefrühstückt und irgendwann kam meine Schwester dazu. Aber um das abzukürzen und wir noch mit den Pferden spazieren waren, will ich sagen, dass ich einen sehr schönen Tag hatte und mich das überwältigt hat (auf sehr, sehr positive Weise).

Letztlich kam es noch zu meinem Highlight des Tages, denn unsere Pferde-Osteopathin war da, (die außerdem naturheilkundlich und homöopathisch, sowie ganzheitlich arbeitet), und es war wieder schön ihr zuzusehen. Ich mag sie irgendwie sehr. Auch wenn wir uns heute erst das zweite Mal gesehen habe, ist sie in mir sehr geachtet und ich schätze sie. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir noch viele Treffen haben und dass ich sie näher kennenlernen darf. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, aber sie ist ein ganz besonderer Mensch für mich. Ich achte und respektiere sie vollkommen und ich mag sie. Sie darf in mein Herz und in meine Seele und ihr wisst ja, dass das nicht einfach ist.

Das war auch schon mein Tag. Vielleicht ist nichts weltlich Großartiges passiert, aber für Mich, war es ein sehr besonderer Tag. Ich habe mich so wohl gefühlt, wie schon lange nicht mehr.

Heute Abend ist es wieder schwieriger. Mein Fuß schmerzt und auch psychisch bin ich platt. Aber dennoch ehre ich diesen Tag. Ich ehre ihn wirklich. Und auch heute habe ich mich nicht übergeben und das trotz ganz üblicher Nahrungsaufnahme.

Besonders dankbar bin ich der Osteopathin meines Pferdes Voni, die erst vor kurzem zu mir sagte „dein Pferd ist sehr glücklich, wenn du in seiner Nähe bist“, das war das größte Geschenk, das mir seit sehr, sehr langer Zeit gemacht wurde:

ich liebe Dich, mein Voni! ❤

Einblutungen am Auge

So, jetzt ist es so weit. Unter meinem linken Auge sind beim Erbrechen Äderchen geplatzt. Ich habe ein weinrot unterlaufendes Auge. Wer es jetzt nicht sieht, der wird es nie kapieren. Scheint aber erstmal niemandem krass aufzufallen. Was für ein Glück.

Es ist mir peinlich zu Kotzen. All das gute Essen und all die Mühen, die hinter den Nahrungsmitteln stehen

Heute weine und heule ich, dann weine ich wieder. Ich höre mein aktuelles Lieblingslied. Bin traurig. Frustriert. Inzwischen wiege ich knapp 60 kg. Für mich ein Alptraum: ich liege 10 kg über meinem Wohlfühlgewicht. Und ich bin innerhalb sehr weniger Wochen da hinauf geschossen. Alles nicht verstehbar für mich.

Ich kann nicht mehr. Ich kann wirklich nicht mehr. Ich kann es nicht mehr aushalten. Und dank des Olanzapin bekomme ich meine Fressanfälle nicht in den Griff. Aber liegt es wirklich daran? Oder bin ich einfach nur unfähig mich zu zügeln?

Fakt ist: ich nehme immer weiter zu.

und wenn das Wetter schlecht ist, machen wir Beauty

Halb 3 vorbei. Es ist mitten in der Nacht und ich bin seit halb 1 wach. Es ist irgendwie anstrengend, aber trotzdem auch gut. Wenn das Haus noch schläft, die ganze Stadt ruht und nur sehr selten mal ein Auto am offenen Fenster vorbeirauscht.

Ich mag den Morgen mehr als den Abend. Morgens geht es mir besser, meine Krisen durchlebe ich doch zumeist abends. Ich mag es, wenn es still ist und ich trotzdem weiß, dass alle meine Mitbewohnerinnen noch schlafen, aber sie einfach da sind: das gibt mir Kraft!

Da hier alles noch still und fast schon lautlos ist, habe ich mich mal der Körperpflege gewidmet. So Dinge, die im Alltag untendurch fallen. Ich habe mich zur Abwechslung mal um mich gekümmert. Und wie sagte ein Mit-Azubi immer:

„und wenn das Wetter schlecht ist, machen wir Beauty“

In diesem Sinne: einen schönen Tag!
Fräulein Voni