„weil Sie so zart sind“

„Aha!“, denke ich und wundere mich. „Ich bin zart?“. Was für ein schönes Kompliment, vor allem wenn man es immer wieder und aus den verschiedensten Mündern hört. Ich bin zart! Das macht mich glücklich und motiviert mich weiter dran zu bleiben. Ich war bei 53,0 kg. Bin heute wieder bei 53,6 kg und bleibe dennoch optimistisch, dass ich die 600 Gramm auch wieder weg bekomme.

Heute könnte ich das erste Mal seit vier Tagen wieder trainieren, aber meine rechte Wade schmerzt noch immer. Radfahren sollte aber, im Gegensatz zum Laufband, doch gehen und auch die Kraftübungen an den Geräten dürften kein Problem darstellen. Ich denke ich weiß, wo ich die Zeit nach dem Mittagessen verbringe: im Fitness!

Und während ich immer wieder höre „nicht mehr Medis, weil Sie so zart sind“, denke ich mir heimlich „wenn ihr nur wüsstet wie hart ich daran arbeite noch zarter zu werden“.

Es ist diese heimliche Mission: „zart werden“, und es klingt so viel schöner als das plumpe „Abnehmen“.

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Man, tun mir die Beine weh!

Man kann es mit dem Sport auch eindeutig übertreiben.

I just trained my legs yesterday. Go on without me.

Meine Beine tun mega weh. So sehr, dass ich heute wahrscheinlich mal ne Fitness-Pause mache und nur spazieren gehe und die treuen Träger (meine lieben Beine) nur leicht belaste. Ich habe sie schon mit Voltarensalbe eingecremt und leide offengestanden ein bisschen. Aber das darf auch mal sein.

Heute steht an:

  • Visite
  • Akupunktur
  • Ergotherapie
  • Besuch meiner Betreuerin
  • Besuch meines Vaters
  • vielleicht Fitness

Leider habe ich die Uhrzeit für den Termin mit meiner Betreuerin vergessen. Ich hätte den Termin fast ganz vergessen. Weil ich mit meinem Vater in die Stadt wollte. Aber jetzt muss ich halt mal abwarten bis sie sich meldet und mir die Uhrzeit nochmal sagt.

Gleich gibt es Frühstück, dann laufe ich vorsichtig auf dem Gang auf und ab und gewöhne meine Beine ans Wachsein. Ob ich heute wohl trainieren gehe? In jedem Fall muss ich vom Laufband eine Pause machen.

Guten Morgen! an Tag 34 (inpatient)

Heute ist Tag 34 an dem ich hier bin. Es tut sich auch was. Meine Betreuerin sagt, dass ich wieder aufrechter gehe und meine Stimme tiefer ist. Ich selbst merke das nicht so.

Heute habe ich:

  • Visite
  • Trainingstherapie-Einführungs-Termin

Eigentlich gute Termine. Auf die Einführung freue ich mich, vor der Visite graust es mir, weil heute große Visite ist. Aber was soll schon passieren, es sind doch alle immer sehr nett.

Gestern lag ich, ab dem Besuch meiner Betreuerin nur im Bett, ebenso die ganze Nacht. Leider habe ich abends noch ein Brot mit Marmelade gegessen und einen Keks, dafür heute das Wiegen vergessen, vielleicht war das ja dann ganz gut. Ich hätte sonst gewiss einen Schock bekommen.

Jetzt starte ich schreibend, müde, mit Kaffee und Tee in den Tag. Auf dass er gut werde. Ich bin skeptisch. Die Visite macht mir einfach Angst.

Fertig!

Heute bin ich irgendwie echt fertig und hab mich deswegen eine Stunde hingelegt. Das tat gut und ich lege mich bestimmt nachher noch mal hin. Ich hatte mir 50 mg Truxal geholt und die liebe Schwester Frau Go. fragte, ob es mir besser geht, was leider nicht der Fall ist. Aber ich sagte ich halte es bis 12 Uhr aus, da bekomme ich 1 mg Tavor und 50 mg Seroquel fest.

Aber ich freue mich trotzdem, weil in etwas mehr als einer Stunde meine Betreuerin zu Besuch kommt.

Das was stört sind eben die Gedanken: macht das Sinn? Wofür lebe ich? Aber die Hausaufgabe der Therapie war diesen Gedanken etwas entgegen zu setzen und darin übe ich mich.

I’ve got a new friend!

Auf meinen unermüdlichen Touren rund ums Gelände (meist umkreise ich es 4 bis 5 Mal, denn das schafft man in einer Stunde erlaubtem Ausgang), habe ich gestern einen Freund gefunden, dessen Auftauchen noch Einzug in mein Positiv-Tagebuch finden soll. Vielleicht taufe ich ihn noch, aktuell hat er noch keinen Namen. Aber er hat mir sehr gut getan und ließ sich herrlich genießend streicheln. Endlich wieder ein Tier um mich herum. Wie gerne würde ich zu Voni fahren.

Heute kommt meine Betreuerin mich besuchen: mein Highlight heute!

Anderweitige Termine habe ich nicht. Ich werde nach dem Frühstück einen Spaziergang antreten. Vielleicht sehe ich ihn ja wieder… meinen neuen Freund, den Kater.

Ansonsten befinde ich mich gerade in einem Loyalitäts-Konflikt, den ich mit meiner Betreuerin besprechen will. Es ist wirklich schwer zu entscheiden was ich tun muss in dieser Situation. Schwer, wenn man loyal sein will und trotzdem zwischen den Stühlen sitzt.

Jetzt starte ich mit ein klein wenig Elan (besonders viel ist es nicht) in den Tag und freue mich, dass ich mich nachher bewegen kann. Vielleicht schreibe ich aber auch einfach weiter an meinem Brief.

Trainingstherapie

Heute Morgen sagt eine Mitpatientin zu mir „du wirst immer dünner, du musst mehr essen, du hast gar nichts mehr in der Hose“ und ich muss unwillkürlich lachen. Und sie weint. Oh!

Ich war heute Morgen schon mit meiner Bewegungstherapeutin im Fitnessbereich und habe erstens zwei Geräte ausprobiert (Sitzfahrrad, 10 min., 4 km) und den Crosstrainer für 5 Minuten. Dann haben wir einen Trainingstherapie-Einführungs-Termin für Mittwoch ausgemacht und von da an kann ich dann jeden Tag (Montag bis Freitag) wann ich will trainieren. Ich freue mich schon sehr darauf!!

Eigentlich hätte nun auch vor einer Stunde schon die Visite anfangen sollen, aber es passiert noch nichts in dieser Richtung und so scheine ich einfach noch lange warten zu müssen, bis ich dran bin.

Ich werde sagen können, dass es mir morgens etwas besser geht als letzte Woche. Und ich bin gespannt welche deren Anliegen sind. Ich bin gerade sehr aufs Trainieren eingestellt und laufe viel spazieren. Gestern 10,17 km (aufgeteilt in zwei 5 km Runden). Knapp zwei Stunden Bewegung draußen und drinnen kommt das auf und ab laufen ja noch dazu. Ich sammle jeden Tag fleißig Schritte und kam gestern so auf 24.147 Schritte.

Meine Blase am Fuß heilt langsam ab und mit guten Blasenpflastern bin ich nahezu schmerzfrei. Aber bevor ich jetzt wieder ans Laufen denke, steht erstmal die Visite an.

Heute steht viel an

Bereit für den Tag. Es steht viel an.

  • Visite
  • Akupunktur
  • Ergotherapie
  • Neue Zimmernachbarin
  • Mein Duracell-Häschen wird entlassen
  • Ebenso wird mein Lieblings-Mitpatient entlassen
  • Meine Betreuerin besucht mich

Wie gesagt. Sehr viel los. Mein Ziel? Ruhe bewahren! Ach herrjeh! #wirdschon