Aufgeplatzt!

Die letzte Zeit habe ich mich wiederholt geschnitten und drei, wenn nicht gar vier Mal, war es definitiv nahtpflichtig. Statt rational sinnvoll zu handeln – und es versorgen zu lassen, habe ich selbst herumgedoktort. Erst habe ich alles offen verbunden, aber die eine Wunde heilte und heilte nicht. Ich habe dann etliche Steri-Strips verwendet (was man so spät nach der Verletzung nicht sollte), aber siehe da, es wurde besser.

Dann war ich mit Voni spazieren und habe auf dem Asphalt den Schlamm von meinen Schuhen gestampft. Dabei ist die Wunde am linken Bein komplett wieder aufgeplatzt, die zuvor eigentlich ganz gut aussah. Auch hier dann Steri-Strips. Bleibt zu hoffen, dass sich nichts entzündet.

Aber seither habe ich die Wunden nicht mehr angesehen. Das steht heute aber definitiv noch auf dem Programm. Ibuprofen sei Dank, bin ich schmerzfrei.

Ich will nicht nachsehen. Aber ich muss.

And I’m proud of that.

Weinend bin ich um 1 Uhr aus einem furchtbaren Alptraum aufgewacht. Meine Augen schmerzen, weil ich so sehr weinen musste. Noch immer weinend, sitze ich nun bei einem Kaffee in der Küche, höre Musik und versuche mich irgendwie zu beruhigen. Leider gelingt mir das kaum. Ich bin gerade so einsam mit diesem Schmerz.

Am liebsten würde ich jetzt lang und heiß duschen. Es stellt sich aber die Frage, ob das für meine vier Mitbewohnerinnen nicht zu laut ist, immerhin ist es noch nicht einmal 3 Uhr am Morgen. Hinzu kommt leider, dass ich mich gestern selbstverletzt habe und dann ist das immer die Frage, ob es den noch recht frischen Schnitten wirklich gut tut, sie mit Wasser in Berührung kommen zu lassen.

Gestern Nachmittag kam ich nicht mehr klar. Ich war mir sicher es ohne Erbrechen zu schaffen. Ich habe gekämpft wie eine Löwin und bin dann doch wieder eingebrochen. Der Betreff der E-Mail an meine Lieblingsbetreuerin (mit der angehängten Verhaltensanalyse) lautete nur aufgebend „ach was soll’s“. Ich verfiel erst in Starre und dann schnitt ich mich; Den linken und rechten Unterarm, sowie meinen linken Oberarm habe ich verunstaltet. Ich habe alles gut versorgt und es war nicht nahtpflichtig, worüber ich echt froh bin. Ich möchte das nicht mehr.

Mein Wochenende war schwierig. Die Essstörung war sehr präsent. Und heute Morgen geht es mir nach diesen schrecklichen Alpträumen seit langem das erste Mal so, dass ich wünschte in der Klinik zu sein. Nicht weil die mir helfen könnten (denn ich wüsste nicht wie), sondern einfach weil ich dann jetzt nicht alleine hier sitzen würde.

In die Klinik möchte ich aber tatsächlich auf gar keinen Fall und in 6 Stunden habe ich zum Glück ja auch Betreuung.

TW: Kotzorgie

*Triggerwarnung*

Herzlich willkommen zur Kotzorgie des Tages,

guten Tag meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen hiermit, die bereits 7. Kotzorgie des Tages. Seien Sie gespannt auf die akrobatischen Ganzleistungen unseres Teams und lassen Sie sich von deren Kunststücken mit und über dem Porzellan-Gott verzaubern.

Und dann fresse ich wieder.

Ich bin nie der Mensch, der ich morgens bin, nie der Mensch, der ich mittags bin und nie bin ich dieser Mensch morgens.

Morgens bin ich meist euphorisch. Mittags motiviert und abends bricht die Welt über mich herein.

Ist das also der Kreislauf meines Lebens?

und ich habe? Wart‘ mal, ich habe niemanden!

Ein bisschen fühle ich mich einsam. Allein.

Meine Mitbewohnerin C. hat Besuch von ihrer Freundin und ihrem Mann. A. meine zweite Mitbewohnerin, sitzt dabei, ist integriert.

S., meine dritte Mitbewohnerin, hat ihren Freund hier.

Und ich habe? … wart‘ mal, ich habe nur mich!

Und so sitze ich dann weinend in meinem Zimmer. Bin froh alleine zu sein und irgendwie auch nicht. Mein Leben rinnt, wie die Regentropfen an der Scheibe, in mir hinab. Ich will nicht mehr und frage mich, warum ich trotzdem muss.

Ich habe Bedarf eingenommen, zwei Mal meine Ration Tavor, davor schon Pipamperon. Aber meine Einsamkeit kann einfach nichts auffangen.

Ich koche Kartoffeln und fühle mich dadurch gleich schon weniger alleine, weil die Idee von meiner Lieblingsbetreuerin gekommen ist und ich mich ihr dann näher fühle, als wenn ich alleine kochen würde. Vielleicht kocht sie gerade auch?

Ich koche nicht schlecht, aber ich koche nicht gerne für mich. Wenn ich meine Familie bekochen kann, dann macht mir das Spaß. Aber ich sehe den Sinn nicht dahinter, dass ich für mich selbst kochen sollte.

Das mache ich jetzt aber trotzdem. Ich koche mir Kartoffeln. Kartoffeln: nur für mich!

Manchmal frage ich mich, warum ich mich von manchen Männer so distanziert habe, Beziehungen beendet habe. Ich weiß genau warum, weil ich es einfach nicht anders gekonnt hätte. Ich will keinen Mann an meiner Seite. Ich will es wirklich nicht, und viel mehr kann ich es einfach nicht. Aber ich bin trotzdem neidisch auf jede meiner Mitbewohnerinnen. Sie haben jemandem, an dem sie sich anlehnen können.

Und ich habe…, wart‘ mal, ich habe niemanden!

Ich habe sehr liebenswerte Menschen um mich herum. In der Betreuung, in der medizinischen Versorgung… aber wenn es ums Ganze geht, darum, zu überleben und einfach einmal jemanden zu haben, der mich auffängt (auch abends oder an einem beschissenen Sonntag), dann stehe ich ganz alleine da und dann ist da niemand. Einfach niemand!

2 Monate outpatient. Wer bin ich?

Ich kann es kaum fassen: nun ist es schon 2 Monate her, dass ich nach 9 Monaten Klinik, aus dieser entlassen wurde. Nicht geheilt. Aber ein bisschen stabiler, wenn man so will.

Die ersten Wochen daheim, war ich sehr euphorisch. Das hat sich wieder gelegt. Die depressiven Gedanken und Symptome haben wieder Einzug gehalten und ich dissoziiere sehr viel. Meine Anteile wechseln schnell. Aber sie zeigen sich und meine Therapeutin und Ärztin sagt, dass es doch immerhin ein Zeichen von Leben sei, in meiner sonst so harten Fassade. Was soll ich sagen: sie hat Recht!

Heute haben wir wieder WG-Besprechung und meine Lieblingsbetreuerin und ich wollen in dieser das Thema Dissoziation ansprechen. Es war nicht meine Idee… aber ich sehe ein, dass es Sinn macht. Denn ich habe gerade absolut keinen Einfluss auf meine inneren Wechsel und meine Therapeutin sagt, dass ich das nicht willentlich steuern kann. Sie sagt auch, dass der selbstbestrafende, kontrollierende und destruktive Teil in mir auch nur ein Anteil ist und dass das nicht ich bin. Das hat mich sehr erleichtert und hat viele Anteile eingeladen sich zu zeigen. Noch stehe ich verunsichert am Rand meines Selbst und sehe diesem Schauspiel zu. Es ist aufwühlend und verwirrend. Aber es macht mich auch neugierig. Frei nach dem Motto „wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?“

Am Montag war ich noch mal bei meiner Therapeutin und habe meinen Tavor-Bedarf abgeholt, den ich in der Woche zuvor vergessen hatte. Das war sehr schön und herzlich. Es hat mir so gut getan sie zu sehen und in der Praxis gewesen zu sein und trotzdem denke ich, dass der 2-Wochen-Rhythmus für die Therapiesitzungen klar geht.

In einer guten Woche habe ich also wieder ambulante Therapie und dann sind, aufgrund des Jahresurlaubs in der Praxis, leider 4 Wochen Pause. Aber mit meiner Lieblingsbetreuerin an meiner Seite, schaffe ich auch das.

Ja, wer bin ich? Was macht mich aus? Wie komme ich in die Kommunikation mit meinen Anteilen? Meine Therapeutin hat mir vorgeschlagen ein Buch für Notizen auszulegen, in das alle Anteile hineinschreiben oder malen dürfen. Dieser Idee schenke ich Raum und Zeit.

Leider habe ich mich gestern selbstverletzt. Ich habe mich geschnitten, konnte aber alles selbst versorgen. Warum? Keine Ahnung. Ich habe es kaum mitbekommen. Die Selbstverletzung ist aber kein Grund jetzt in einem Tief zu versinken.

Im Gegenteil: ich biete dem Leben die Stirn!

Annika: „der Wind wird immer stärker!“

Pippi: „das macht nichts: ich auch!“

Umfrage: was lest ihr gerne bei mir?!

… und von was wollt ihr mehr lesen?

Guten Morgen meine Lieben.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch einen kurzen Moment Zeit nehmt für meine folgende Umfrage, in der es mir darum geht, was ihr gerne mehr lesen würdet in meinem Blog. Ihr könnt mehrere Themen auswählen und auch eine eigene Idee hinzufügen.

Ich danke euch!

 

15 neue Stiche – Selbstverletzung TW und Gefühle

Gestern Abend war es wieder soweit. Nach 28 Tagen ohne Selbstverletzung, ist es wieder „passiert“. Natürlich klingt das zu passiv für eine solche Handlung, wenn man „passiert“ schreibt. Aber „ich habe es getan“ würde eben so wenig passen, weil ich nicht mehr Herrin über meine Emotionen war. Von dem her ist es doch viel eher „einfach geschehen“.

Natürlich gab es Anschiss bzw. genervte Pflegekräfte (Fr. M. und Fr. A.) aber so alles in allem waren dann doch alle fair (abgesehen von den gerade Genannten, die aber einfach ohne mich schon gestresst waren).

In der Chirurgie wurde ich sehr nett behandelt und der Unfallchirurg verpasste meinem rechten Unterschenkel 15 schöne, blaue Stiche in Knopfnaht. Außerdem habe ich gelernt, dass die Stiche unter der Haut intracutan heißen. So war all das Chaos sogar noch lehrreich.

Ich wurde hier auf Station notdürftig versorgt und ein Transport fuhr mich dann im Rollstuhl zur Notaufnahme hin und brachte mich nach der Naht wieder zurück. Meine Schuhe habe ich eingesaut, die sind voller Blutstropfen. Aber das bekomme ich wieder raus (in der Waschmaschine).

Aktuell muss ich seit gestern auf Station bleiben. Heute kommt dann die Oberärztin auf mich zu, zu einem Gespräch und dann sehen wir, wie die Ausgänge weiter geregelt werden. Wann sie aber kommt weiß man nicht. Ich hoffe es ist eine Nette. Ich habe da schon doofe Erfahrungen gemacht.

Eigentlich hätte ich heute Tagesurlaub. Aber das lasse ich ausfallen. Ich bin zu fertig mit den Nerven. Aufs Klinikgelände aber, würde ich schon gerne gehen dürfen. Wobei mir „kein Ausgang“ irgendwie Sicherheit gäbe. Aber das bringt mich ja nicht weiter.

Momentan warte ich auf die Wirkung von 600 mg Ibuprofen und kühle die Wunde mit einem Kühlakku. Ich habe zu gestern über 1 kg abgenommen, was mich froh macht. Auch wenn das von meinem Geburtstag her noch viel Mageninhalt war.

Verbandsmaterial habe ich mir bei einer meiner Lieblingspflegerinnen schon geholt und so starte ich vorbereitet in den Tag. Jetzt hole ich mir erstmal einen Kaffee. Und im Laufe des Tages setze ich mich dann an meine Verhaltensanalyse.

Eine Pflegerin (Frau R., eine meiner Lieblingspflegerinnen) sagte, dass es Zeit wird, dass ich hier raus komme. Und ja… ich freue mich auf meine Entlassung. So in etwa zwei bis drei Wochen soll es soweit sein. Ich möchte heim! Auch wenn der UC (Unfallchirurg) der Meinung war, dass eine Selbstverletzung das wahrscheinlich nicht beschleunige und leichter mache: wir werden sehen.

Das Schönste am Ganzen? Der junge Mann von der anderen Station hat mir zugewunken, als ich im Rollstuhl saß und auf den Transport wartete. Ich würde ihn so gerne kennenlernen. Ich mag ihn. Wie er wohl heißt?

Laufen und Abnehmen. Läuft.

Guten Morgen! Ich berichte von den letzten Tagen, an denen ich immer wieder joggen und spazieren war. In Ermangelung guten Wetters, habe ich gestern für 6 km das Laufband im Fitness bemüht. Aber auch der Graupelschauer vom Vortag hat mich nicht vom 7,6 km Rennen draußen abgehalten.

Ich esse regelmäßig aber wenig und ich nehme ganz gut ab. Die Diätpillen taugen allerdings nichts. Ich werde keine neuen nachkaufen.

Heute habe ich Bewegungstherapie und mein psychologisches Gespräch. Irgendwann im Laufe des Tages, werde ich mich wohl wieder dem Sport widmen.

Gestern habe ich meine Bedarfsmedikation voll ausgeschöpft und hatte schlimmsten Schneidedruck. Heute Morgen bin ich wieder klarer und saß schon mit einem Mitpatienten sehr früh im Aufenthaltsraum.

Meine neue Zimmernachbarin ist anstrengend. Sie redet ohne Unterlass und erzählt von ihrem Suizidversuch. Das triggert mich sehr.

Ich habe schon um 6:45 Uhr Bedarf benötigt und habe immer noch Schneidedruck. Morgen fahre ich mit meiner Betreuerin mit Bus und Bahn in die WG. Und dann wieder zurück. Ich bin schon aufgeregt sie zu sehen. Freue mich aber auch.

Jetzt starte ich in den Tag und hoffe für heute das Beste!

Neue Zimmernachbarin

Einatmen. Ausatmen.

Sie ist heute Morgen gekommen. Sie heißt S. und ich glaube sie ist sehr nett. Trotzdem spannt es mich sehr an, aber ich denke das ist normal. Ich überlege heute Mittag zu entfliehen und shoppen zu gehen. Vielleicht bleibe ich aber auch einfach da und lerne sie kennen.

Meine Gewichtsabnahme funktioniert ganz gut. Innerhalb von 3 Tagen von 57.3 kg auf 55.8 kg. Wenn es so weiter geht schaffe ich vielleicht mein Januarziel. 52.x kg. Aber dazu brauche auf jeden Fall Disziplin. Ich will heute noch Joggen gehen.

Meine Ärztin ist wieder da und sie versucht meine Betreuerin zu erreichen, weil wir gerne ein Gespräch zu dritt führen würden. Ich hoffe ich bekomme heute noch Bescheid. Was ich mir außerdem für heute erhofft habe ist, dass die Fäden rauskommen. Sie wachsen schon ein bisschen ein und das macht ja nur das Ziehen kompliziert.

Meine Mutter kommt mit zum Shoppen. Das freut mich, denn sie ist immer eine gute Beraterin was mir steht und was nicht. Und gemeinsam zu shoppen macht auch viel mehr Spaß.

Mehr gibt es nicht zu berichten. Zum Schreiben fehlt mir der Elan. Ich muss jetzt einfach schauen was auf mich zu kommt. Hoffen wir das Beste!