In 45 Minuten wiege ich mich!

Es sind jetzt noch 45 Minuten hin, bis ich mich wiegen darf (ist so ’ne Art Gesetz bei mir). Im Grunde bin ich schon lange wach. Bin zwischendurch aufgestanden und habe dies und das gemacht, habe mich aber auch immer wieder hingelegt und mich dem Tag näher gedöst. In meinem Kopf ein ständiges Abfragen der Zeit.

In meinem Kopf ein Kampf: „Was ich auf der Waage sehen will? Na, weniger Gewicht. Ist das gesund? Noch ist es vertretbar. Weiche ich der vorigen Frage nur aus? Neeeiiiin. Ja okay, doch.. Ja.“

Ich habe für heute auch ein Wunschgewicht. Doch das zu erreichen ist eigentlich nicht möglich. Aber Träumen kann man ja. Und Hoffen.

Ich wünsche euch einen schönen Tag heute!

Noch 36 Minuten bis ich mich wiegen darf!

Fräulein Voni, die kleine Wuchtbrumme!

es fühlt sich verdammt danach an

ich schreibe, weil der Tag klasse angefangen hat und ich so stolz bin, dass ich euch einfach davon berichten muss. Ihr kriegt so viel Schwieriges von mir mit, dass ich euch auch an schönen Ereignissen teilhaben lassen möchte.

Ab 6:53 Uhr habt ihr mich laufend auf den Feldern angetroffen. Ich war allen Ernstes Joggen (nach heute exakt 7 Monaten Pause, das erste Mal). Und ich bin von Anfang bis Ende durchgelaufen. Mein Puls war über die Hälfte der Zeit in Pulsbereich 5 *lach, aber was soll´s. Es hat Spaß gemacht und ich war echt stolz, dass ich sogar die Berge bis hoch zum Wald hochgejoggt bin.

Es waren dann letztlich 5,24 km in 35:28 min – ich weiß, das ist keine Heldenzeit, aber gemacht ist gemacht!

Die Waage zeigt ein Gewicht, womit ich gut umgehen kann. Danach habe ich Wechselduschen gemacht von richtig warm auf so kalt es nur geht und das sicherlich zehn, zwölf Mal im Wechsel. Danach gab es einen Proteinshake (zwei Drittel Milch, ein Drittel Wasser) und jetzt esse ich sogar noch Skyr mit roter Grütze, Chiasamen und Sonnenblumenkernen.

Mein Einkaufszettel sieht sehr gesund und viel ausgewogener aus. Ich habe Lachs mit auf den Zettel geschrieben. Hühnerbrust. Eier. Gemüse. Quark. Schafskäse. Walnusskerne.

Es ist zu früh zu sagen, dass in meinem Kopf etwas Klick gemacht hat. Aber es fühlt sich verdammt danach an.

Essstörung? kann ich mir finanziell eigentlich gar nicht leisten.

Fürs Kotzen zahlen?! Wie gemein ist das denn?

Gestern haben mich 3x Kotzen etwa 30€ gekostet. So mit allem drum und dran. Es frustriert und macht mich nachdenklich und traurig. Ich habe nicht viel Geld – ich kann mir bulimische Phasen einfach nicht leisten. Deswegen esse ich heute (vielleicht) mal etwas weniger.

Vielleicht ist es ja gut, dass ich es mir nicht leisten kann, vielleicht.

als wär ich in der Klinik

Heute ist ein besonderer Tag. Er begann mit Bedarf (inkl. Tavor), ging weiter mit einer guten Betreuungszeit bei meinem Betreuer und war davor, dazwischen und danach immer von dem Lesen eines Buches begleitet, das mich echt abgeholt hat.

Es geht um das Leben in der Psychiatrie und persönliche Erfahrungen und ist wunderbar geschrieben. Zu meiner persönlichen Freude weiß ich, dass der Autor dieses Buches auf der gleichen Station war, wie ich es mehrmals war. Das macht es so nah. Ich fühle sehr mit. Und erkenne alles was er beschreibt wieder.

Ich konnte lange nicht mehr lesen aber jetzt geht es: was für ein Geschenk.

Und dann tauchte auf einmal dieses Heimatgefühl auf… das Gefühl das ich an Psychiatrie-Tagen hatte, an denen ich terminlos in den Tag leben konnte und das Einzige das zu leisten war, war irgendwie durchzuhalten.

So fühle ich mich auch jetzt und kann trotzdem sagen, dass es mir eine gewisse Leichtigkeit bringt, mich zu fühlen als sei ich stationär. Es nimmt Last ab. Es gibt einen klaren Rahmen. Man muss nicht selbst entscheiden wann man was genau isst. Man muss nicht gut drauf sein, kann man. Man muss es nur nicht. Und diese Selbstlüge „du bist gerade in der Klinik“ rettet meine heute sehr schlechte Verfassung.

„Wir alle spielen Theater.“

In der Vorstellung stationär zu sein kann ich mich entspannen. Etwas Verantwortung abgeben und die Sicherheit empfinden, die ich mir selbst nicht geben kann und so lasse ich mir diese (leider nur) Illusion und bleibe bei der Vorstellung ich sei wohlbehütet in der Psychiatrie. Es hilft: und nur darum geht es in diesem Moment gerade.

Dann kommt noch ein Zustand hinzu, der mich ebenso irgendwie wie frei macht: meine Mitbewohnerin C. ist seit gerade und auch über Nacht weg und ich genieße es, weil sie immer alles genau überwacht (ich mag sie aber trotzdem sehr)!

Ich bin jetzt mit meiner Mitbewohnerin S. alleine im Haus. A. ist noch in der Klinik, M. Arbeitet, C. ist wie gesagt unterwegs und so kommt es, dass ich seit Wochen mal wieder unten im Wohnzimmer auf dem Sessel sitze, was ich nur deshalb tue, weil ich die Decke darüber vor wenigen Tagen mal gewaschen habe. Es ist herrlich hier!

Am liebsten würde ich mich ein wenig in die Sonne setzen. Aber mein bislang gesammelter Sonnenbrand spricht sich eher für eine Pause aus. Auf den Balkon komme ich sowieso nicht raus, der Rollladen ist kaputt. Banalitäten.

Meinen Waschtag habe ich fast hinter mir. Das Bett ist, wie jeden Dienstag, frisch bezogen und nur das Abstauben wartet noch auf mich. Vielleicht mache ich das aber auch erst morgen „fuck the system“ und so.

Jetzt schüre ich meine Selbstlüge ich sei in der Klinik. Ich rede mir ein, dass immer jemand da ist, wenn ich jemanden brauche (was nicht stimmt, aber ich wollte mich ja austricksen, also mache ich das auch). Und so lehne ich mich Sessel zurück und atme.

Atme das erste Mal am heutigen Tag einfach nur durch und schicke einen Seufzer hinterher. Es darf so sein wie es gerade ist.

Wieder mal übertrieben! Oder?

Heute begann der Tag mit Tavor und Haldol. Das hatte sich gestern so gut bewährt… und ich wollte mir einen weiteren recht guten Tag gönnen. Heute haben die Medikamente in ihrer Gesamtheit aber so reingehauen, dass ich mich unfähig fühlte etwas mit den Pferden zu machen. Dafür war ich mit meiner Mutter mit unserem Hund spazieren. Leider war ich, entgegen meiner Absprache mit meiner Lieblingsbetreuerin und Bedürfniswächterin, wieder dort (bei meinen Eltern). Gut war es trotzdem. Aber ich war total lahm, was bei mir oft damit zusammenhängt welcher meiner Anteile welche Dosis an Medikamenten mitbekommt und überhaupt erst davon weiß.

Wieder daheim, meine Mum hat mich heimgefahren (ich konnte wegen der Augen und wegen der Medikamente nicht selbst fahren), war ich unzufrieden und bin dann noch auf einen Spaziergang losgegangen. Ich war 9,18 km spazieren und es machte mir Freude. Während der ganzen Zeit hörte ich Radio und lächelte entgegenkommende Menschen strahlend an und grüßte sie. Es ist immer so wunderschön, wenn man ein Lächeln zurückbekommt. Wie ein Geschenk. Dabei war mir nicht nach Lachen zumute, und mein Lächeln aufgesetzt, aber das interessierte mich dann nicht: ich will anderen Freude schenken!!

Jedenfalls habe ich es heute, beim Spaziergang, übertrieben. Vielleicht war es zu lang, vielleicht war ich zu rasch unterwegs, vielleicht hätte ich andere Schuhe tragen sollen. Vielleicht sollte ich aber auch endlich meinen Fuß operieren lassen. Aber ich hatte schon lange keine solchen Beschwerden mehr, wie ich sie heute hatte und jetzt noch habe.

Nun kühle ich meine Füße mit Kühlakkus, über meinem beidseitgen Tensolvet-Verband. Wer Pferde hat weiß, dass dies eine medikamentöse Salbe aus der Veterinärmedizin für Pferde ist. Es ist ein Heparin-Natrium-Gel. Anwendbar bei u.a. Prellungen, Sehnenentzündung, Sehnenscheidenentzündung, und anderen akuten, entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Pferd. Und es fördert die frühzeitige Resorption von Blutergüssen etc. (…).

Nun hängen schon die zweiten Kühlakkus an meinen Füßen: dieses Mal die Großen.

Jetzt leite ich den Abend ein. Ich habe Hunger. Aber nicht wirklich was zu essen da. Keinerlei Kohlenhydrate. Kein Brot. Keine Nüsse. Keine Schokolade. Meinen Salat habe komplett verzehrt und außer einem Mango Lassi habe ich nichts mehr zur Kombination mit meinem Joghurt da. Aber das ist egal, wenn ich nur morgen wieder spazieren gehen kann. Und wenn ich abgenommen habe. Alles andere halte ich dann schon aus. Vor allem, da ich mich gerade ohnehin schon wieder übergeben habe.

And I’m proud of that.

Weinend bin ich um 1 Uhr aus einem furchtbaren Alptraum aufgewacht. Meine Augen schmerzen, weil ich so sehr weinen musste. Noch immer weinend, sitze ich nun bei einem Kaffee in der Küche, höre Musik und versuche mich irgendwie zu beruhigen. Leider gelingt mir das kaum. Ich bin gerade so einsam mit diesem Schmerz.

Am liebsten würde ich jetzt lang und heiß duschen. Es stellt sich aber die Frage, ob das für meine vier Mitbewohnerinnen nicht zu laut ist, immerhin ist es noch nicht einmal 3 Uhr am Morgen. Hinzu kommt leider, dass ich mich gestern selbstverletzt habe und dann ist das immer die Frage, ob es den noch recht frischen Schnitten wirklich gut tut, sie mit Wasser in Berührung kommen zu lassen.

Gestern Nachmittag kam ich nicht mehr klar. Ich war mir sicher es ohne Erbrechen zu schaffen. Ich habe gekämpft wie eine Löwin und bin dann doch wieder eingebrochen. Der Betreff der E-Mail an meine Lieblingsbetreuerin (mit der angehängten Verhaltensanalyse) lautete nur aufgebend „ach was soll’s“. Ich verfiel erst in Starre und dann schnitt ich mich; Den linken und rechten Unterarm, sowie meinen linken Oberarm habe ich verunstaltet. Ich habe alles gut versorgt und es war nicht nahtpflichtig, worüber ich echt froh bin. Ich möchte das nicht mehr.

Mein Wochenende war schwierig. Die Essstörung war sehr präsent. Und heute Morgen geht es mir nach diesen schrecklichen Alpträumen seit langem das erste Mal so, dass ich wünschte in der Klinik zu sein. Nicht weil die mir helfen könnten (denn ich wüsste nicht wie), sondern einfach weil ich dann jetzt nicht alleine hier sitzen würde.

In die Klinik möchte ich aber tatsächlich auf gar keinen Fall und in 6 Stunden habe ich zum Glück ja auch Betreuung.

Ich muss noch kurz. Ich mach mal schnell.

Ich schreibe meiner Lieblingsbetreuerin eine Mail und schildere folgendes:

Es geht um den Drang zu meinen Eltern zu fahren. Was wir aber für den Samstag anders geplant haben.

(…) Denn sonst würde ich jetzt wanken und schwanken um dann mit einem plötzlichen Schlag in meinem Hirn, ratzfatz alles einzupacken was ich zu brauchen denke und dann hektisch losfahren und mich erst wieder beruhigen, wenn ich Mia im Arm halte. (…)

Ich muss noch kurz. Ich mach mal schnell.

Vor einiger Zeit habe ich im Radio auf SWR3 einen kurzen Beitrag gehört, in dem es darum ging, dass wir uns selbst unter Druck setzen, uns hetzen und manipulieren, in dem wir immer wieder sagen „ich mache mal kurz den Abwasch“, „kannst du noch schnell den Müll rausbringen?“. Die Pastorin beschrieb, dass uns solcherlei Äußerungen unbewusst scheuchen und uns Stress bereiten. Sie gab Anregungen zu anderem Denken:

„jetzt mache ich noch in Ruhe den Abwasch“, und „ich gehe später noch gemütlich einkaufen“.

Seit ich auf solche Worte achte, kehrt in mir tatsächlich mehr Ruhe ein. Aus einem „ich muss das sofort machen“, wird ein „das mache ich jetzt in aller Ruhe fertig“. Das Verblüffende ist doch, dass wir gar nicht länger für diese Dinge brauchen, es uns aber ein Gefühl der inneren Ruhe schenkt. Zumindest ein bisschen.

über unruhige Nächte und meine Essstörung

Diese Nacht heute ist schlimm. Ich wache und wache immer wieder auf, bis ich am Ende, kurz vor Mitternacht, beschließe, dass ich jetzt eine Pause von meinen Alpträumen brauche. Dann bin ich aufgestanden.

Gestern, Mittag und Abend, habe ich unter einem furchtbaren „Fress-Kotz-Anfall“ gelitten. Der Leidensdruck ist hoch gewesen und dann fing es an.

Ich habe sogar Lauchgemüse gekocht, was echt lecker war. Aber danach ging es dann damit los, dass ich kein Halten mehr fand. Und so ging ich die Treppen hinunter in die Küche, machte mir etwas zu Essen. Aß in meinem Zimmer (Treppen hoch) um dann doppelt so viele Treppenstufen in den Keller zu nehmen, wo ich mich im Bad eingeschlossen dann allen gegessenen Dingen entledigte. Danach wieder in die Küche, wieder hoch, wieder runter ins Bad. Dann wieder Küche. Es war sehr schlimm für mich. Und ich kam aus diesem schlimmen Kreislauf nicht mehr raus, bis meine Betreuerin mich angerufen und mir Mut zugesprochen hat.

Dann begann eine kurze Zeit des Weinens, weil ich so dankbar für meine Lieblingsbetreuerin bin. Sie tut so, so viel für mich! Und dennoch sagt sie, dass sie denkt ich bräuchte viel mehr Unterstützung. Ich sehne mich danach auch sehr. Ja! Aber ich möchte bei Frau Hoffnung in der Betreuung bleiben und sein. Also kommen andere Gedanken gar nicht erst in Frage. Zudem bin ich zufrieden mit dem was gerade ist. Sie ist mir wichtig. Unglaublich wichtig und ich liebe sie für alles was sie für mich tut (und sie tut sehr, sehr viel für mich). Ich hab sie einfach als meine Betreuerin so lieb und gern. Sie schenkt mir so vieles emotionales, fürsorgliches. So viel Kraft und achtsamen Lebensmut. So etwas Schönes hat zuvor noch nie ein Mensch für mich getan!!

Ich versuche immer tapfer zu sein! Und ich gebe immer mein Bestes.

Ich esse etwas, dann denke ich „diesmal schaffe ich es ohne“ (zu erbrechen) und dann gelingt es dennoch nicht. Das sieht dann so aus, dass ich kleine bis mittlere Portionen esse, viel Wasser trinke und mich anschließend selbstinduziert erbreche. Direkt danach esse ich das nächste Mal und übergebe mich erneut. Jedes Erbrechen ist aber nicht mit einmal würgen erledigt. Und so stehe ich oft minutenlang vor der Toilette und schmeiße „gekonnt“ alles raus was keine Miete zahlt.

Das ist nicht mit einem Mal erledigt, den Magen wieder zu entleeren. Man braucht schon mehrere Etappen, bis zur Bezeichnug „ich habe gekotzt“. Einmal Erbrechen ist also nur der Oberbegriff für das, dass ich mehrere Male würgend vor dem Porzellangott stehe.

Gestern habe ich dann noch ein kleines Telefonat mit meiner Betreuerin gehabt, die sagte „Fräulein Voni, jetzt ist gut für heute“ und „passen Sie gut auf sich auf“ und sie sagt, dass sie gerade nicht auf mich aufpassen kann, weil sie zu weit weg ist und ich verspreche es ihr. Weil ich weiß, dass wir uns beide schätzen.

Ich bin glücklich, dass meine Lieblingsbetreuerin an meiner Seite ist. Einfach von Innen heraus so tief dankbar und bewegt.

Einblutungen am Auge

So, jetzt ist es so weit. Unter meinem linken Auge sind beim Erbrechen Äderchen geplatzt. Ich habe ein weinrot unterlaufendes Auge. Wer es jetzt nicht sieht, der wird es nie kapieren. Scheint aber erstmal niemandem krass aufzufallen. Was für ein Glück.

Es ist mir peinlich zu Kotzen. All das gute Essen und all die Mühen, die hinter den Nahrungsmitteln stehen

Heute weine und heule ich, dann weine ich wieder. Ich höre mein aktuelles Lieblingslied. Bin traurig. Frustriert. Inzwischen wiege ich knapp 60 kg. Für mich ein Alptraum: ich liege 10 kg über meinem Wohlfühlgewicht. Und ich bin innerhalb sehr weniger Wochen da hinauf geschossen. Alles nicht verstehbar für mich.

Ich kann nicht mehr. Ich kann wirklich nicht mehr. Ich kann es nicht mehr aushalten. Und dank des Olanzapin bekomme ich meine Fressanfälle nicht in den Griff. Aber liegt es wirklich daran? Oder bin ich einfach nur unfähig mich zu zügeln?

Fakt ist: ich nehme immer weiter zu.

Klo putzen – mindestens fünf Mal am Tag

Achtung, dieser Text kann deutliche Spuren von trockenem und schwarzem Humor beinhalten:

Heute habe ich die Toilette wieder gründlichst gereinigt. Bislang, um genau zu sein, fünf Mal. All das liegt nicht etwa einem Putzfimmel zugrunde, sondern meiner Essstörung:

ich esse eine normale Menge, ich übergebe mich. Ich esse wieder eine „normale“ Menge (ich esse keine bulimischen Mengen) und kotze wieder. So geht es den ganzen lieben langen Tag. „Oh, ich habe ein paar Nüsse und Gummibärchen gegessen? Ich gehe lieber kotzen!“, „ach, das Frühstück war doch okay, das halte ich aus“ (1 Brötchen mit Belag), fünf Minuten später: „schütte Mengen an Wasser in dich rein und geh reihern, sonst wirst du fett!“. Und wie ich gerade vom letzten Kotzen wieder in mein Zimmer laufe, denke ich noch auf der Treppe nach oben darüber nach, was ich als nächstes essen könnte „vielleicht Eis? Das kotzt sich ziemlich leicht“.

Und jedes Mal, nachdem ich dem Porzellan-Gott Aufmerksamkeit geschenkt habe, indem ich mich zu ihm beuge, mich sozusagen vor ihm verneige, die eine Hand in den Magen drückend, die andere Hand halb im Rachen, putze ich ihn so sauber, dass selbst die Queen auf diese Toilette gehen könnte und sich nicht beklagen würde. Alles blitzt und blinkt und ich hoffe, dass es auch gut riecht. Ich bin eine schnelle Kotzerin, quasi routiniert. Das dauert alles nicht lang und ich hoffe, dass der Gestank sich dadurch in Grenzen hält.

Es ist irgendwie ja auch so was wie ein Hobby (das ist jetzt mein sehr trockener Humor, sorry!), aber es lenkt einen den ganzen Tag über ab. Es beschäftigt einen in gewisser Weise und in der Zeit in der man nur über Essen vorwärts und rückwärts nachdenkt, kommt zumindest mal keine Wut hoch. Nur Verzweiflung, aber die kotzt man dann ja wieder aus. Während man beim Vollstopfen die Gefühle und Probleme runterwürgt und keine Notiz von Ihnen nimmt.

Ich merke: es wird nicht bei 5 x Putzen bleiben heute. So schade!