Was? 6 1/2 Monate ist das schon her?

In den vergangenen 6 1/2 Monaten ist viel passiert und gleichzeitig doch auch Einiges beim Alten geblieben. Es ist nun tatsächlich aber so viel Zeit seit Mai vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag hier schrieb…

Ich habe in der Zwischenzeit meiner Mitbewohnerin A. nackt aus der Badewanne geholfen, ich habe mich über nicht gemachte Dienste von C. geärgert und bin gleichzeitig manchmal voller Demut und denke, dass ich es dennoch doch echt gut hier habe. Wirklich gut!!!

Vor genau einer Woche hatte ich einen Termin bei meiner Psychiaterin und es war einfach nur verstörend. Sie hat mir dann Ende der vergangenen Woche noch einen Arztbrief geschrieben und ich wurde wütend beim Lesen, war irgendwann aber nur noch verzweifelt.

In gemeinsamer Übereinkunft haben wir schon letzte Woche ein Medikament abgesetzt (Haldol) und ich habe die noch fast volle Packung meiner Betreuerin mitgegeben. In diesem Atemzug wurde mir dann (insbesondere durch den Brief) auch klar, dass ich komplett vom Tavor weg möchte und so habe ich alle Rücklagen zusammen gesucht und gebe sie heute meinem Betreuer mit. Das sind 1 1/2 Packung Expidet 2,5 mg und zwei Packungen und ein paar Zerquetschte mit 1 mg. Weg damit. Ohne ein einziges Milligramm Ausnahme.

Außerdem ist heute Tag 3 ohne Erbrechen, was mich ziemlich stolz macht. Seit etwa 3 bis 4 Wochen haben meine Betreuer meine beiden Waagen bei sich. Ich hatte sie nur zwischenzeitlich einmal um mich zwischen zu wiegen und ich kann wirklich spüren, dass ich ein positiveres Körpergefühl bekomme. Ich fühle mich erheblich besser, auch wenn ich mich trotzdem lieber morgen als übermorgen wieder wiegen würde. Ambivalenz!

Zu meinem Psychiatertermin schreibe ich noch einen gesonderten Beitrag. Ich werde wohl noch brauchen, bis ich das verarbeitet habe. Ich war selten so verzweifelt in einem Termin. Meine Betreuer stehen mir aber bei und ich werde das schaffen. Ich kann ja jetzt beweisen was in mir steckt. Manchmal denke ich, dass ich erst richtig auf die Fresse fliegen muss, dass ich dann etwas grundlegend verändere. Insofern hat vielleicht alles auch sein Gutes.

2 Monate outpatient. Wer bin ich?

Ich kann es kaum fassen: nun ist es schon 2 Monate her, dass ich nach 9 Monaten Klinik, aus dieser entlassen wurde. Nicht geheilt. Aber ein bisschen stabiler, wenn man so will.

Die ersten Wochen daheim, war ich sehr euphorisch. Das hat sich wieder gelegt. Die depressiven Gedanken und Symptome haben wieder Einzug gehalten und ich dissoziiere sehr viel. Meine Anteile wechseln schnell. Aber sie zeigen sich und meine Therapeutin und Ärztin sagt, dass es doch immerhin ein Zeichen von Leben sei, in meiner sonst so harten Fassade. Was soll ich sagen: sie hat Recht!

Heute haben wir wieder WG-Besprechung und meine Lieblingsbetreuerin und ich wollen in dieser das Thema Dissoziation ansprechen. Es war nicht meine Idee… aber ich sehe ein, dass es Sinn macht. Denn ich habe gerade absolut keinen Einfluss auf meine inneren Wechsel und meine Therapeutin sagt, dass ich das nicht willentlich steuern kann. Sie sagt auch, dass der selbstbestrafende, kontrollierende und destruktive Teil in mir auch nur ein Anteil ist und dass das nicht ich bin. Das hat mich sehr erleichtert und hat viele Anteile eingeladen sich zu zeigen. Noch stehe ich verunsichert am Rand meines Selbst und sehe diesem Schauspiel zu. Es ist aufwühlend und verwirrend. Aber es macht mich auch neugierig. Frei nach dem Motto „wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?“

Am Montag war ich noch mal bei meiner Therapeutin und habe meinen Tavor-Bedarf abgeholt, den ich in der Woche zuvor vergessen hatte. Das war sehr schön und herzlich. Es hat mir so gut getan sie zu sehen und in der Praxis gewesen zu sein und trotzdem denke ich, dass der 2-Wochen-Rhythmus für die Therapiesitzungen klar geht.

In einer guten Woche habe ich also wieder ambulante Therapie und dann sind, aufgrund des Jahresurlaubs in der Praxis, leider 4 Wochen Pause. Aber mit meiner Lieblingsbetreuerin an meiner Seite, schaffe ich auch das.

Ja, wer bin ich? Was macht mich aus? Wie komme ich in die Kommunikation mit meinen Anteilen? Meine Therapeutin hat mir vorgeschlagen ein Buch für Notizen auszulegen, in das alle Anteile hineinschreiben oder malen dürfen. Dieser Idee schenke ich Raum und Zeit.

Leider habe ich mich gestern selbstverletzt. Ich habe mich geschnitten, konnte aber alles selbst versorgen. Warum? Keine Ahnung. Ich habe es kaum mitbekommen. Die Selbstverletzung ist aber kein Grund jetzt in einem Tief zu versinken.

Im Gegenteil: ich biete dem Leben die Stirn!

Annika: „der Wind wird immer stärker!“

Pippi: „das macht nichts: ich auch!“

Outpatient – wie ist es eigentlich daheim?

Aktuell komme ich ziemlich gut zurecht. Meine Lieblingsbetreuerin ist im Urlaub für vier Wochen, worunter ich und alle WG-ler irgendwie ziemlich leiden, aber jetzt haben wir schon 2/3 der vier Wochen geschafft, da schaffen wir den Rest auch noch. Meine Strategier dafür? Gefühle wegdrücken. Läuft auch gut.

Ich hatte in der Klinik und in der Fortführung daheim 10 kg zugenommen. Aber seit meinem Juli-Projekt mit meiner besten Freundin habe ich davon jetzt wieder 3,4 kg abgenommen, was ich für knapp 3 Wochen ziemlich gut finde.

Ich gehe, wenn ich aus meiner Lethargie herausfinde, spazieren und mache ab und an Freeletics. Letzteres lasse ich aber ziemlich schleifen. Heute habe ich mich mit meinem Vater zu einem Ausflug verabredet, worauf ich mich schon freue.

Was das Essen angeht kompensiere ich darüber viel. Ich habe jetzt auch wieder ambulante Therapie, wir sehen uns alle zwei Wochen. Das ist super für mich. Auch soll es eine stabilisierende und vorerst keine aufdeckende Therapie werden. Erfreulicher Weise wurde die Langzeittherapie bewilligt.

Es geht mir wirklich ganz gut und ich bin sogar so mutig, dass ich mich morgen mit einer mir bis dato unbekannten Betreuerin treffe. Ich habe auch schlechte Momente. Zum Beispiel brauche ich oft Bedarf und gehe meist gegen 15/ 16 Uhr ins Bett (wirklich!). Aber dafür sind die Morgende gut und ich spare mir so das Abendessen. Natürlich lenkt die Essstörung mal wieder echt gut ab. Aber damit bin ich zufrieden. Und was mein Gesamtempfinden angeht: bin ich glücklich.

Mit meinen Eltern komme ich super aus und manchmal übernachte ich auch dort. Ich bin wieder häufiger im Stall und liebe mein Pferd über alles. Er freut sich immer und wir gehen reiten oder spazieren. Das ist wunderschön.

Ihr seht: es läuft gut für mich und da kann man Tiefschläge und schlechte Tage und Momente auch irgendwie aushalten und überstehen.

Oberarztvisite und warum ich trotzdem heimlich glücklich bin

Die Oberarztvisite war wenig erfreulich. Na ja, es war eigentlich gut, aber das Zyprexa wurde eben nicht erhöht, wie ich es mir erhofft habe. Aber ich kann die Beweggründe schon nachvollziehen (Puffer nach oben für schlechte Zeiten). Von daher bin ich, jetzt im Nachhinein, heimlich ein bisschen glücklich! Es ist einfach auch ein guter Tag.

Wann mein angekündigtes Einzelgespräch mit meiner Ärztin nun heute stattfinden soll, weiß ich immer noch nicht. Die Pflege meint ich solle sie nachher abpassen und fragen. Das nervt mich immer, weil man ständig wartet und abrufbar sein soll. Was, wenn man im 3-er Zimmer liegt und mal raus will, ziemlich anstrengend sein kann.

Ein 3-er Zimmer ist es seit gestern wieder. Ich liege mit zwei alten Damen zusammen (89 und 91 Jahre alt) und genieße deren Anwesenheit. Beide sind unglaublich nett und liebenswert. Ich hätte es nicht besser treffen können. Außerdem sind beide bei klarem Verstand und angenehm ruhig. Wir drei passen gut zusammen und sind zusammen 210 Jahre alt! Und trotzdem ist es einfach sehr eng in einem Zimmer, das für nur zwei Patienten konzipiert ist und auch da schon keinen großen Raum für Privatsphäre bietet.

Ich hatte gehofft, dass wir heute das Gespräch hier in der Klinik mit meiner Betreuerin machen können, weil sie spontan doch gekonnt hätte. Aber meiner Ärztin ist es nun doch nächste Woche lieber. Es bleibt also bei der ursprünglichen Planung.

Es zieht mich raus, ich würde gerne heim gehen. Die Zeit nach Hause zu gehen ist gekommen und ich fühle mich bereit. Heute geht es mir gut. Und auch wenn ich mit der Visite nicht so zufrieden war, so ist sie doch gut gelaufen. Ich bin zufrieden und heimlich glücklich. Aber ein Versuch, das Zyprexa noch zu erhöhen, war es trotzdem wert. Und letztlich wurde ich mehrfach in der Visite für meine Fortschritte in den letzten zwei, drei Monaten gelobt. Vielleicht brauchte ich das auch einfach mal wieder, dass mir jemand eine Grenze aufzeigt.

15 neue Stiche – Selbstverletzung TW und Gefühle

Gestern Abend war es wieder soweit. Nach 28 Tagen ohne Selbstverletzung, ist es wieder „passiert“. Natürlich klingt das zu passiv für eine solche Handlung, wenn man „passiert“ schreibt. Aber „ich habe es getan“ würde eben so wenig passen, weil ich nicht mehr Herrin über meine Emotionen war. Von dem her ist es doch viel eher „einfach geschehen“.

Natürlich gab es Anschiss bzw. genervte Pflegekräfte (Fr. M. und Fr. A.) aber so alles in allem waren dann doch alle fair (abgesehen von den gerade Genannten, die aber einfach ohne mich schon gestresst waren).

In der Chirurgie wurde ich sehr nett behandelt und der Unfallchirurg verpasste meinem rechten Unterschenkel 15 schöne, blaue Stiche in Knopfnaht. Außerdem habe ich gelernt, dass die Stiche unter der Haut intracutan heißen. So war all das Chaos sogar noch lehrreich.

Ich wurde hier auf Station notdürftig versorgt und ein Transport fuhr mich dann im Rollstuhl zur Notaufnahme hin und brachte mich nach der Naht wieder zurück. Meine Schuhe habe ich eingesaut, die sind voller Blutstropfen. Aber das bekomme ich wieder raus (in der Waschmaschine).

Aktuell muss ich seit gestern auf Station bleiben. Heute kommt dann die Oberärztin auf mich zu, zu einem Gespräch und dann sehen wir, wie die Ausgänge weiter geregelt werden. Wann sie aber kommt weiß man nicht. Ich hoffe es ist eine Nette. Ich habe da schon doofe Erfahrungen gemacht.

Eigentlich hätte ich heute Tagesurlaub. Aber das lasse ich ausfallen. Ich bin zu fertig mit den Nerven. Aufs Klinikgelände aber, würde ich schon gerne gehen dürfen. Wobei mir „kein Ausgang“ irgendwie Sicherheit gäbe. Aber das bringt mich ja nicht weiter.

Momentan warte ich auf die Wirkung von 600 mg Ibuprofen und kühle die Wunde mit einem Kühlakku. Ich habe zu gestern über 1 kg abgenommen, was mich froh macht. Auch wenn das von meinem Geburtstag her noch viel Mageninhalt war.

Verbandsmaterial habe ich mir bei einer meiner Lieblingspflegerinnen schon geholt und so starte ich vorbereitet in den Tag. Jetzt hole ich mir erstmal einen Kaffee. Und im Laufe des Tages setze ich mich dann an meine Verhaltensanalyse.

Eine Pflegerin (Frau R., eine meiner Lieblingspflegerinnen) sagte, dass es Zeit wird, dass ich hier raus komme. Und ja… ich freue mich auf meine Entlassung. So in etwa zwei bis drei Wochen soll es soweit sein. Ich möchte heim! Auch wenn der UC (Unfallchirurg) der Meinung war, dass eine Selbstverletzung das wahrscheinlich nicht beschleunige und leichter mache: wir werden sehen.

Das Schönste am Ganzen? Der junge Mann von der anderen Station hat mir zugewunken, als ich im Rollstuhl saß und auf den Transport wartete. Ich würde ihn so gerne kennenlernen. Ich mag ihn. Wie er wohl heißt?

Entlassung in 3-4 Wochen

Gestern in der Oberarztvisite war er dann da: der Moment in dem das erste Mal über Entlassung gesprochen wurde. Bislang geht es mir gut mit diesem Gedanken.

Es gibt jetzt noch einiges zu regeln (Termin bei meiner Psychiaterin zum Beispiel), aber 3 oder 4 Wochen sind genug Zeit um sich auf alles vorzubereiten. Es wird auch noch ein Gespräch mit meiner Ärztin und meiner Betreuerin und mir stattfinden. Das aber erst übernächste Woche, da nächste Woche meine Ärztin nicht da ist.

Gestern habe ich es nicht ohne drei Mal zu Erbrechen geschafft. Aber heute ist ein neuer Tag. Ich werde wieder Kalorien zählen und einen Neustart machen, bzw. mich von dem Ausrutscher nicht unterkriegen lassen.

9 Monate in der Klinik

Und ich dachte schon die Essstörung wäre weg

Gestern war es dann wieder soweit, ich habe mich übergeben. Selbstinduziert. 3 Mal. Dabei dachte ich schon die Essstörung wäre weg. Ich habe an Blitzheilung geglaubt und hielt mich für gesund, obwohl ich innerhalb einer Woche 3,7 kg zugenommen hatte. Was zu schnell, zu viel ist. Hilft mir jemand das zu verarbeiten? Nein. Und jetzt? Ich habe einen Ohrwurm: „der Speck muss weg! Der Speck muss weg! Der Speck muss weg!“ und so kam es, dass ich heute schon wieder flott auf dem Gang auf und ab lief und in der Küche agitiert um die Tische joggte. Wirklich… in der Küche joggt es sich gut. Auch wenn es irgendwie krank ist. Ich kann nur hoffen, dass mich niemand gesehen hat.

Man mag sich fragen „warum joggt sie nicht draußen?“, das liegt daran, dass ich wenig Ausgang habe, mich alleine nicht raus traue und es wie aus Kübeln schüttet. Meine aktuellen Ziele sind um die 16.000 Schritte am Tag, mindestens 8 Stockwerke überwinden und 3 x eine halbe Stunde Bewegungsaufzeichnung am Stück. Am besten morgens, mittags und noch abends“. Außerdem springe ich Seil.

Meine Zehen sind seit gestern getaped, weil Blasenpflaster nicht mehr reichten. So langsam könnte ich, weil ich so viel laufe, jeden Zeh tapen. Überall Blasen und Schmerzen.

Ich baue jetzt das Krafttraining wieder weiter aus. Bodyweight-Training. Ich merkte die letzten Tage deutlich, dass ich fitter werde (ohne das Erbrechen). Aber wenn ich jetzt wieder in der Essstörung hängen bleibe, dann war es das mit meiner Fitness. Also nehme ich mir vor, dass es bei einem intensiven Zwischenfall bleibt, was die Kotzerei gestern angeht und gehe den heutigen Tag mit Mut und Zuversicht an. Ich brauche einfach nur viele Kalorien zu verbrennen, dann ist es auch drin, dass ich etwas esse.

Kopfschüttelnd sitze ich im Aufenthaltsraum und muss herzlich lachen: und ich dachte wirklich schon die Essstörung wäre so schnell weg! Ein bisschen naiv oder sagen wir lieber „ein wenig viel Optimismus!“, na ja. Neuer Tag, neues Glück! Und jetzt laufe ich wieder auf dem Gang auf und ab. Kalorien verbrennen, na ihr wisst schon.

„ich muss ja nicht alles auf einmal essen“

3 Stunden Ausgang in Begleitung:

ich esse ein Kinder Bueno, während meine Haarfarbe einwirkt. Ich bin dabei meine grauen Haare zu übermalen. *räusper* (und es werden immer mehr). Aber für graue Haare bin ich noch zu jung. Ich bin ja noch nicht mal 30 (haha, aber in 11 Tagen).

Eigentlich wollte ich keine Süßigkeiten kaufen, aber „es ist wieder passiert“, ich bin nicht am Regal vorbeigekommen. Und ja, es bleibt dann natürlich auch nicht bei 1 Tüte Haribo und einer Schokolade nein… „die sehen ja lecker aus“, und „oh, die mag ich besonders gerne“ und „ach jetzt ist es eh schon egal, dann nehm ich die auch noch mit“, „hier (Drogerie) ist es auch viel günstiger, als ich Krankenhauskiosk“ und dann kommt die größte Lüge: „ich muss ja nicht alles auf einmal essen!“ Haha, ja, klar. Ich kenne mich doch, das läuft anders. Ich lach mich kaputt.

Ich stelle mich seit mehreren Tagen seltener auf die Waage. In etwa jeden zweiten Tag. Ich habe gut zugenommen (also zu viel), denke ich, aber es heißt noch immer man sehe es nicht. Dazu muss ich allerdings all day long meinen Bauch einziehen, den ich fett und schwabbelig vor mir herschiebe. Ich fühle mich furchtbar. Aber zurück zum Hungern will ich nun auch nicht gerade, weil es unheimlich befreiend ist essen zu können. Ich habe nur Angst, dass die Kombination aus Essen und Olanzapin, gepaart mit Süßigkeiten und Nüssen, bald wieder eine Wuchtbrumme aus mir machen. Ich muss also noch mehr Sport machen und meine Bewegung zwar nicht erweitern (von der Dauer her geht das kaum: ich laufe den dreiviertel Tag), aber intensivieren und vielleicht mal wieder joggen gehen. Und mehr Krafttraining machen.

Über die Hälfte meines Stundenurlaubs ist nun schon vergangen und auch wenn im Augenblick alles gut läuft, ist es mir bereits jetzt zu viel und ich werde, wenn die Haare fertig sind, auch eventuell etwas früher zurück in die Klinik gehen. Meinen Bedarf, eine Dosis Pipamperon, werde ich jetzt einnehmen. Es ist die erste Bedarfsmedikation die ich heute nehme, das liegt drin.

Ansonsten bin ich gestresst, aber trotzdem guter Dinge und jetzt in erster Linie mal auf das Ergebnis meiner Haarfärbe-Aktion gespannt. Drückt mir die Daumen!

Stundenurlaub. Fast schon vorbei.

Urlaub auf Zyprexa

Ab heute mache ich einmal am Tag Urlaub auf Zyprexa. Für den Anfang kostet mich das nur 5 mg.

Oberarztvisite: heute war es ganz simpel. Wir haben kurz geklärt, dass das Cetirizin nicht eingetragen und die Cipralex-Erhöhung nicht notiert waren und gingen dann rasch zu einem wichtigen Thema über „wie kann man mir helfen aus dem Gedankenkreisen rauszukommen“, und wir versuchen es nun mit Zyprexa.

Es soll die gedankenkreisenden Foltereien beruhigen und ich bin natürlich sehr gespannt. Habe Hoffnung. Denn die aktuelle Medikation ist besser als die Vorige und wenn sich das weiter verbessert und die Dissoziationen wieder abnehmen, dann bin ich froh darüber.

Auch gestern Abend bin ich wieder in den Untiefen dissoziativer Gefilde abgetaucht. Das ist dann immer sehr verstörend für mich. Aber auch für mein Umfeld.

Mein „mitfühlender Brief an mich selbst“ sitzt mir als Hausaufgabe noch im Nacken, aber es eilt nicht, meine Ärztin Frau Dr. B. ist ohnehin erst Mitte nächster Woche wieder im Haus.

Was die Essstörung angeht bin ich seit 13 Tagen kotzfrei, was ein Jahresrekord sein dürfte. So lange war ich schon ewig nicht mehr frei davon. Und wisst ihr was… es ist genial! Selbstverletzungsfrei bin ich seit 14 Tagen. Wow, es läuft. Wenn jetzt die Gefühlsausbrüche in den Griff zu bekommen wären, wäre das ein zusätzliches Highlight.

Ich war dankbar und froh, dass heute wieder meine Lieblingspflegerin da war. Ich mag sie. Sie ist zu einem Lieblingsmenschen für mich geworden. Sie tut mir gut und hilft mir, dass ich gut zu mir bin. Ohne, dass ich in eine Abhängigkeit gerate. Nun bin ich gespannt wer heute Mittag Dienst hat und werde ein paar Schritte auf dem Gang gehen, ehe ich mir überlege nochmal auf Pipamperon zurückzugreifen um mich irgendwie auf normaler Spur am Laufen zu halten. Ich bin zuversichtlich! Und vielleicht kaufe ich nachher wieder Schokolade. Weil man sich ja auch was gönnen darf.